Hallo! Ich bin die Maus. Bis Ende Januar war ich mit Kayoko in Kobe. Kayoko ist eine japanische Studentin an der Kyoto Universität. Sie studiert Jura, insbesondere die Verfassung. Jeden Tag liest sie Bücher und Aufsätze über den Bundesrat, um eine Dissertation über das Zwei Kammer System zu schreiben. Natürlich gibt es eine Diskussion, ob der Bundesrat in der Bundesrepublik Deutschland eine „Zweite Kammer“ ist, aber das ist mir ein bisschen zu schwer…

Am letzten Dienstag hat Kayoko mich durch die Stadt Kobe geführt. Das Thema war „Deutschland und Kobe.“ Bevor wir den Spaziergang begonnen haben, hat sie mir ein bisschen die Geschichte von Kobe erklärt.
„Kobe ist eine internationale Stadt. Sie war eine der fünf ersten Hafenstädte, als im Jahre 1858 Japan die diplomatischen Beziehungen mit anderen Staaten aufgenommen hat. Im Jahre 1868 ist ein Schiff von Deutschland (damals Preußen) als das erste ausländische Schiff in Kobe angekommen . Viele deutschen Händler sind in die Niederlassung in Kobe umgezogen. Danach wurden das deutsche Konsulat und die deutsche Schule errichet . Okay, das ist genug. Fangen wir an.“

Zuerst haben wir das Gebiet besucht, das die Niederlassung von vielen Ausländern war. Das Gebäude, das wir am Anfang besucht haben, heißt „Ex-15.“ (Da die Ausländer die Gebäude in der Niederlassung mit Nummern unterschieden haben, benutzt man auch heute noch die Nummern mit „Ex,“ um einen Platz zu bezeichnen.) Das war das amerikanische (leider nicht deutsche…) Konsulat. Da gibt es auch den ältesten modernen Abwasserkanal. Jetzt wird das Gebäude als Restaurant benutzt. Ich möchte etwas essen, aber Kayoko sagte nein…

Das zweite Gebäude war das „Shosen Mitsui Building.“ Es war nicht ein Haus eines Ausländers, sondern ein Bürohaus einer japanischen Handelsschifffirma. Es wurde im Jahre 1922 gebaut. Damals war das Hochhaus sehr hoch und modern und die dort benutzten Bautechniken waren neu und selten. Klasse! 

Das Gebäude, das wir zum Schluss in der Niederlassung besichtigt haben, heißt „Ex-38.“ Da gab es zwei deutsche Firmen, erstens eine Farbstofffirma und zweitens eine Pharmafirma. Jetzt gibt es einen Salon von „Hermès.“

„Kayoko, hast du etwas hier eingekauft?“
„Leider nicht. Sogar bin ich noch nie über die Schwelle getreten. Mir ist das zu exklusiv. Aber ich besuche oft das Gebäude daneben. Das ist ein Kaufhaus. Ich gehe häufig da mit meiner Familie hin, um einzukaufen und Lunch zu essen.“
„Kann ich jetzt da etwas essen?“
„Leider nicht.“
„Kayoko, du bist gemein! Ich bin hungrig.“
„Oh nein, liebe Maus! Ich kann dich zu einem speziellen Platz führen.“
„Okay, ich verstehe…“

Sie hatte vollkommen recht. Dann haben wir ein Café in Nähe vom Sannomiya Bahnhof besucht, das früher eine Kirche der „Union Church“ war. Der Name des Cafés ist „Freundlieb.“

In Kobe gab es viel Kuchen- und Brothandwerker, die von Deutschland gekommen waren. Herr Heinrich Freundlieb war einer der Handwerker. Er war ein Bäcker in Deutschland, aber nach dem ersten Weltkrieg war er in Japan als Gefangener gekommen. Er hat eine Bäckerei in Kobe eröffnet und sein Sohn und Enkelkind haben den Laden übernommen. Im Jahre 1995 wurde Kobe von einem Erdbeben heimgesucht. Als der Laden von Freundlieb auch kaputtgegangen war, hat Hella Freundlieb, die damalige Direktorin, einen neuen Platz gesucht. Dann ist sie auf den Einfall gekommen, eine alte Kirche als Café und Bäckerei zu renovieren . Jetzt ist das Café Freundlieb so bekannt, dass viele Touristen es besuchen. Herr Freundlieb ist auch so berühmt, dass sein Leben zum Fernsehspiel geworden hat.
Das Innere vom Café ist schick und klassisch. Die Decke is hoch und es gibt viele elegante Dekorationen. 

„Das ist ein Gebäck. Bitte probier!“

Das ist die Ende von unserem Spaziergang. Ich kann verstehen, dass es viele Beziehungen zwischen Deutschland und Kobe gibt. Ich hoffe, dass wir diese freundschaftliche Verbindung auch in Zukunft verstärken können! Ich danke Kayoko und ihrer Mutter, die mir Kobe gezeigt haben.

 

Bibliographie 

https://kobecco.hpg.co.jp/47022/
https://japan.diplo.de/ja-ja/vertretungen/gk/geschichte/979962

ヒストリー

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Zoé Bianchin
1. Juli 2020 04:51

Hallo, liebe Kayoko! Deinen Beitrag hat mich ehrlich gesagt wirklich beeindruckt! Ich habe dank deiner Erklärungen über die Geschichte zwischen Deutschland und der Stadt Kobe sehr viel gelernt. Ich wusste gar nicht, dass das erste ausländische Handelsschiff aus Preussen kam! Vielen Dank für diese tolle Informationen!

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